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Trauer um dein Haustier – jeder Abschied ist schwer

Trauer kennt keine Regeln und auch nicht die Begrenzung auf Mensch oder Tier. Jeder, der einmal einen geliebten Hund, eine Katze, ein Pferd oder ein anderes Haustier verloren hat, ist sich dessen bewusst. Selbst beim Tod eines Wildtieres, das wir nicht täglich im Arm halten, kann uns die Traurigkeit überwältigen. Viele erinnern sich an Knut, den Berliner Eisbären. Sein Leben und Sterben wurden 2011 zu einem globalen Medienereignis. Tausende Menschen trauerten um ihn.

Wenn unser geliebtes Tier stirbt, trauern wir um ein vollwertiges Familienmitglied. Denn der Stellenwert unserer Tiere hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Vorbei die Zeiten von Hunden und Pferden, die ihre Aufgabe, ihren Nutzen zu erfüllen hatten. Unsere Haustiere sind heute Sozialpartner, Freunde und manchmal sogar Arbeitskollegen.

Wenn man derartig intensiv Alltag und Leben teilt, warum dann nicht den immensen Verlust betrauern?

Viele Tierhaltern schämen sich, ihren Schmerz und ihre Traurigkeit um ihr Tier offen kundzutun. Trauer ist in unserer Gesellschaft generell leise. Leider. Den Schmerz zu verstecken und zur Tagesordnung überzugehen, ist aus psychologischer Sicht fatal. Denn sogar nach Jahren oder Jahrzehnten, kann eine unverarbeitete Trauer der Seele schaden – auch, wenn „nur“ um ein Tier getrauert wird.

Die Trauer um einen Hund teilen viele Hundehalter meist nur mit ihrem engsten Umfeld, aber insbesondere mit denen, die selbst Tierhalter sind. Dritte zeigen dafür oftmals wenig Verständnis: „Du heulst immer noch um deinen Hund? Kauf doch einfach einen neuen!“. Als wenn das so einfach wäre…

Ist die Trauer um ein Tier nur etwas für Sensibelchen?

Nein! Die Psychologin Julie Axelrod belegte 2016 in einer Studie, dass der Verlust eines Haustieres sogar schmerzhafter sein kann, als der eines geliebten Menschen.

Warum? Es ist nicht nur der Abschied vom besten Freund, sondern oftmals der unwiederbringliche Verlust einer bedingungslosen Liebe. Denn das ist es, was den Unterschied macht. Die Bedingungslosigkeit der Mensch-Tier-Verbindung.

Während die Beziehung zu Freunden und Familienmitgliedern durchaus emotional belastet sein kann, ist sie es zu unseren Tieren nicht. Verschwinden sie aus unserem Leben, ist der Verlust immens. Eine Lücke, die nicht gefüllt werden kann. Und da sich darüber hinaus die eigene Tagesroutine ohne Tier schlagartig ändert, wird es uns rund um die Uhr deutlich.

Fazit: Es ist vollkommen gesund und normal, um sein Tier zu trauern.

Wie halte ich die Traurigkeit aus?

Trauer zuzulassen ist ohne Frage mit viel Mut verbunden. Und es wäre wünschenswert, es würde gedanklich dabei nicht um „aushalten“ und nicht um verdrängen gehen. Beides zu vermeiden ist ohne Frage schwer und erfordert Zeit, Achtsamkeit und Geduld mit sich selbst und den eigenen Emotionen. Dazu kommt, dass es in unserer Gesellschaft leider oftmals als unpassend gilt, offen und merkbar zu trauern.

Um der eigenen Trauer bewusst zu begegnen, kann es hilfreich sein, andere einzubeziehen. Welche Menschen in deinem Umfeld sind wirkliche Helfer? Wer ist aufrichtig empathisch? Wer macht sich nur wichtig oder möchte eigenen Ballast abwälzen?

Dein helfender Begleiter sollte deine Trauer nicht in eine Schablone packen. Trauer ist immer individuell! Es ist wichtig, sich zu öffnen und anzuerkennen, dass eine Zeit der Trauer und Traurigkeit vor dir liegt – und du dir Begleitung auf diesem Weg wünschst.

Je nach Ausgangslage kann diese Begleitung durch einen Profi passieren! Mittlerweile gibt es auch für die Trauer um Tiere erfahrene Trauerbegleiter, Therapeuten oder Seelsorger. Der Vorteil? Ein Profi schöpft seine Kraft aus anderen Quellen und kann dich vollkommen unbelastet und unabhängig unterstützen. Sich einen Profi an die Seite zu holen und der Trauer zu begegnen zeugt nicht von Schwäche, sondern von Mut und Selbstfürsorge – auch, wenn es „nur“ um ein Tier geht!

Meine 5 wichtigsten Tipps, wenn du um dein Tier trauerst

Nimm dir Zeit für den Abschied

Manchmal kommt der Verlust eines Tieres plötzlich und unerwartet. Ein Unfall, eine Magendrehung: alles geht furchtbar schnell. Oftmals ist es aber absehbar. Die Begleitung eines chronisch kranken oder alten Tieres kann Wochen oder Monate dauern. In kleinen Schritten kann man sich auf den endgültigen Moment vorbereiten. Zeit ist dabei der wichtigste Faktor – für dein Tier und für dich selbst. Auch für die Tage nach dem Abschied solltest du dir so viel freie Zeit und Ruhe einplanen wie möglich. Zeit für eine Abschiedszeremonie, für das Schaffen von Erinnerungen, Zeit für Tränen. Und vielleicht brauchst du mehr Schlaf als üblich. Bitte gestehe dir das zu!

Erlaube dir deine Trauer und Traurigkeit

Zeit ermöglicht dir, deine Trauer bewusst wahrzunehmen. Tränen dürfen laufen. Manchmal macht Trauer auch wütend, hilflos oder einfach unendlich müde. Ebenso darf man überdreht sein oder launisch. Trauer ist wie sie ist. Es gibt kein Richtig oder Falsch.

Informiere dein Umfeld

Dein Familien- und Freundeskreis sollte wissen, dass du einen Verlust betrauerst. Nur dann können sie hilfreich sein. Vielleicht macht jemand mit dir einen Spaziergang (der erste ohne Hund ist furchtbar!), schaut alte Fotos mit dir oder kocht dir Schokoladenpudding. Trost tut gut.

Finde jemanden zum Reden

Es ist perfekt, wenn sich ein guter Zuhörer in deinem Umfeld findet. Für viele ist Trauer allerdings ein schwieriges, angstbesetztes Thema. Manch einer versteht es zudem nicht, dass deine Trauer einem Tier gilt. Oder aber -und das ist fast noch schwieriger- dein Gegenüber erzählt dir von eigenen Verlusten. Im Moment geht es nur um dich! Eine emphatische und wertschätzende Begleitung kannst du von einem professionellen Therapeuten, Seelsorger oder Trauerbegleiter erwarten. Gegebenenfalls ist das eine gute Option, die du dir für deine seelische Gesundheit leisten solltest!

Schaffe Erinnerungen

Ganz wichtig! Schaffe dir Erinnerungen, die dich begleiten und dir mittel- und langfristig in deiner Trauer helfen. Irgendwann wird dein Herz wieder leichter, eine schöne Erinnerung an dein Tier wird dir dann ein liebevolles Lächeln ins Gesicht zaubern. Als Erinnerung taugt alles, was dein Herz berührt. Von einem kleinen Gedenkplatz zu Hause mit Fotos, Kerzen und Blumen, über die Urne deines Tieres im Regal, bis hin zum Erinnerungsdiamanten – es gibt unendlich viele Möglichkeiten!

Ich habe selbst viele Tiere betrauert und weiß wie es ist, den Seelenhund oder ein geliebtes Pferd zu verlieren. Aber ein Leben ohne Tiere kommt nicht in Frage. Also lebt man immer wieder mit gebrochenem Herzen. Es ist Teil der bedingungslosen Liebe.

Als Therapeutin habe ich in den letzten 20 Jahren sehr viele Abschiede und Trauernde begleitet. Mütter, die ihre Kinder betrauerten, Kinder an den Särgen ihrer Väter oder Großeltern. Erwachsene und Kinder, die ihre geliebten Tiere verabschieden mussten. Tiere, die um ihre Freunde weinten.

In Gemeinschaft fällt das Thema leichter, unabhängig davon, ob man trauert oder sich als Tierhalter oder Tierprofi mit dem Thema auseinandersetzen möchte.

Wenn du dich mit Abschied, Tod und Trauer bewusst befassen möchtest, lade ich dich gern in unsere Community und zu unserem Newsletter ein: www.altestier.de.

Denn Austausch und Wissen helfen, die Angst vor diesem großen Thema zu bewältigen.

Ich freue mich, von dir zu hören! Alles Liebe, Angela

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