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Natur oder Chemie – was hilft wirklich gegen Zecken bei Katze und Hund?

Sobald die Gräser sprießen, die Bäume blühen und die Vöglein singen, ist sie wieder da: Die Zeckenzeit, die sich in unseren Breitengraden von Februar bis November erstreckt. Während uns die achtbeinigen Biester in den Wintermonaten eher selten begegnen, fühlen sie sich bei feuchtwarmen Temperaturen im zweistelligen Bereich pudelwohl und lauern dann in Büschen, im hohen Gras und an Wegesrändern auf uns und unsere Vierbeiner. Aber wie kann man sich und seine Haustiere am effektivsten vor Zeckenstichen schützen? Helfen natürliche Hausmittel – oder muss es immer gleich die Chemiekeule sein?

Borreliose, FSME und Co – die unsichtbare Gefahr

Gäbe es keine Krankheiten, dann wären Zeckenbisse vor allem eines: unangenehm. Es juckt, kratzt und piekst, wenn sich einer der Blutsauger erst einmal festgebissen hat und wer nachts auf dem Weg zur Toilette schonmal in den vollgesogenen Parasiten seines Vierbeiners getreten ist, weiß, dass das anschließende Putzen keinen Spaß bringt.

Doch es gibt ein Risiko, das Zeckenbisse weit ernster werden lässt als die Gefahr eines hartnäckigen Blutflecks auf dem Teppich: Sie übertragen Krankheiten, und überdies keine leichten. Neben Borreliose und der gefürchteten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) können Zeckenbisse Anaplasmose, Babesiose oder Ehrlichiose ausbrechen lassen, die unbehandelt zu schwerwiegenden Spätfolgen oder einem frühzeitigen Tod führen können.

Zwar lassen sich einige dieser parasitär übertragbaren Infektionskrankheiten inzwischen durch die Gabe von Antibiotika behandeln, doch scheint Vorsicht hier besser als Nachsicht. Gegen Borreliose und Babesiose werden verschiedene Impfstoffe für Hunde und Katzen angeboten, die aber oft nur gegen bestimmte Bakterienstämme schützen oder den Krankheitsverlauf mildern, anstatt eine Infektion zu verhindern.

Besonders fies: Aktuellen Studien zufolge trotzen infizierte Zecken niedrigen Temperaturen und längeren Trockenperioden besser als ihre ‘sauberen’ Genossen. Ausgerechnet in Zeiten eines niedrigeren Zeckenaufkommens könnte die Gefahr eines infektiösen Bisses also größer sein als bisher gedacht.

 

Kümmel, Kokos und Keramik – natürliche Mittel der Prävention

Was also tun, um einen Biss zu vermeiden? Einige biologisch unbedenkliche Hausmittelchen wie Schwarzkümmelöl, Bernstein oder Keramik sind sicher den meisten Hundehalten bekannt – aber helfen diese natürlichen Kampfmittel wirklich?

In Studien zum Thema konnte bislang noch nicht nachgewiesen werden, dass der ‘Geruch von unbehandeltem Bernstein’ oder die ‘aktiven Mikroorganismen’ im Keramikhalsband gegen Zeckenbisse helfen. Im Gegenteil: In den wenigen einschlägigen Experimenten kamen Forscher zu dem Ergebnis, dass die vielbeschworenen Zauberhalsbänder vollkommen wirkungslos sind, ganz egal, wie lange sie am Hund oder der Katze verbleiben. Den Geruch von Bernstein nehmen die Parasiten noch nicht einmal wahr: Es sind Buttersäure, Ammoniak und Kohlendioxid, die sie ankrabbeln lassen. Nichts davon kann der Bernstein verschleiern oder verdecken.

Anders sieht es mit der Anwendung natürlicher Öle aus: Tatsächlich ist es in Studien gelungen, bis zu 80% der eingesetzten Blutsauger mithilfe von Kokosöl von den Probanden fernzuhalten. Die im Kokosöl enthaltene Laurinsäure schreckt ab, wirkt aber nur, wenn sie große Teile des verwendeten Öles ausmacht – Schwarzkümmel- und Leinöl helfen daher nicht. Ein weiterer Nachteil der Ölkur: Um die Wirkung zu erhalten, musst du den Schutz regelmäßig erneuern. Spätestens alle sechs bis acht Stunden sollte man nachlegen, bei Hunden besser vor jedem Spaziergang.

 

Halsbänder, Sprays und Spot-On – moderne Mittel zur Zeckenabwehr

Wem es zu aufwändig erscheint, den Hund oder die Katze alle paar Stunden mit Öl einzuschmieren, dem kann die moderne Zeckenforschung helfen: Der Markt ist voll mit Produkten, die Haustiere auf mehr oder weniger schonende Weise vor den Stichen der kleinen Plagegeister schützen sollen. Doch wie bei den natürlichen Methoden sind auch hier die Unterschiede in Sachen Wirksamkeit groß.

Die wohl leichteste Methode Ungeziefer abzuwehren ist ein Zeckenhalsband, das dem Haustier einfach umgelegt wird. Die verschiedenen Modelle sind mit chemischen oder natürlichen Wirk- und Duftstoffen behandelt und geben diese kontinuierlich ans Fell ab – und das durchaus wirksam, wenn man den Studien und Kundenbewertungen zum Thema Glauben schenkt. Während die mit natürlichen Duftstoffen behandelten Halsbänder wie Insektensprays als Repellent dienen und Insekten beim Freigang fernhalten sollen, sind die sogenannten Kontakt-Antiparasitika darauf ausgelegt Zecken und andere Blutsauger zu töten.

Ähnliches gilt für SpotOn und Kautabletten: Obwohl sie für Hund und Katze vollkommen ungefährlich sind, sollen sie Parasiten beim ersten Stich vergiften. Spot-On-Präparate werden für gewöhnlich in den Nacken getropft und von dort aus vom natürlichen Talg der Haut verteilt; Kautabletten werden dem Hund oder der Katze zum Futter gegeben und sollen von innen heraus wirken, indem das aufgenommene Blut den Blutsauger absterben lässt.

Für welchen Weg der Zeckenabwehr man sich am Ende entscheidet, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Beachtet werden sollte allerdings, dass nicht jedes Präparat für jedes Tier geeignet sein muss: Rasse, Alter, Gewicht und Größe spielen eine Rolle, ebenso wie das individuelle Zeckenrisiko. Katzen tragen häufig nicht so gerne Halsbänder; Hunde sind eher daran gewöhnt, sich besprühen und untersuchen zu lassen. Im Zweifelsfall bittest du am besten deinen Tierarzt um Rat.

Zecken und Parasiten im Urlaub

Auch im Urlaub ist besondere Vorsicht geboten. Je nach Region sollten unsere Haustiere ausreichend vor dort heimischen Ungeziefer geschützt werden. Besonders im Mittelmeerraum ist die Gefahr groß, dass sich dein Haustier mit BabesioseEhrlichioseLeishmaniose und die Herzwurmerkrankung Dirofilariose ansteckt.

Eine Impfung für die Krankheiten gibt es leider bislang nicht, daher ist ein Zecken- und Parasitenschutz besonders wichtig.
In unserem Blog zum Reisen mit Hund haben wir dir bereits einige Informationen zusammengestellt:

Sicher Reisen mit Hund im In- und Ausland

Wenn es doch mal piekst – Maßnahmen zur sofortigen Hilfe

Sollten all diese Maßnahmen – egal ob Chemie oder Natur – nicht helfen und die Zecke doch den Weg in das Fell deines Vierbeiners finden, ist zügiges Handeln gefragt. Am besten kontrolliert man nach jedem Freigang ob sich auf den Beinen, dem Körper, Gesicht oder Hals des Haustieres krabbelnde Zecken befinden – diese lassen sich leicht entfernen und stellen für den Hund noch kein Risiko dar. Katzen erkranken zwar nicht an Borreliose, sollten aber auch regelmäßig untersucht werden.

Hat die Zecke bereits ‘angedockt’ – besonders beliebt sind gefäßreiche Stellen mit dünner Haut, wie sie sich beim Tier unter den Achseln, zwischen den Beinen, an Hals oder Kopf finden lassen – empfiehlt es sich, das Ungeziefer mit einer Zeckenzange oder -pinzette möglichst nahe am Kopf zu entfernen. Auf keinen Fall solltest du die Zecke mit Öl betäuben oder anderweitig ärgern: im Todeskampf kann es gut sein, dass sie sich in die Haut des Vierbeiners erbricht und so noch mehr von ihrem infektiösen Speichel in seinen Blutkreislauf gibt.

Fazit – Vorsicht ist besser als Nachsicht

Bei der riesigen Auswahl an zur Verfügung stehenden Präparaten ist es wichtig, sich über die eigenen Bedürfnisse sowie die bestehenden Risikofaktoren im Klaren zu sein: Leben Hund und Herr- bzw. Frauchen in einem Gebiet mit hohem Zeckenaufkommen? Auch auf Reisen sollte das Thema Zeckenabwehr eine Rolle spielen (vgl. unseren Blogartikel zum Thema: https://tavani.de/sicher-reisen-mit-hund-im-in-und-ausland/). Erfolgt der Spaziergang auf gemähten Wiesen und Asphalt – oder geht es für Hund und Katze quer durch die Büsche?

So oder so sollte man seinem Liebling zur Zeckenzeit erhöhte Aufmerksamkeit schenken, das Fell regelmäßig durchsuchen und vorhandene Parasiten entfernen. Halsbänder, Futtermittel und Öle können im Kampf gegen die Blutsauger zwar helfen – aber sie ersetzen nicht die Pflicht zur Fürsorge und Pflege, die ein jeder Tierhalter auf sich nimmt.

Wir wünschen gutes Gelingen und eine (möglichst) zeckenfreie Zeit!

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