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Gefahrenquellen im Pferdestall

Vorsicht: Gefahrenquellen im Stall & auf der Koppel

In unseren letzten Beiträgen haben wir dir gezeigt, wie du dein Zuhause für Hund und Katze sicher gestalten kannst. Doch auch bei unseren großen Lieblingen, den Pferden, gibt es ein paar Tipps wie du Gefahren im Stall und auf der Weide / Koppel vermeiden kannst.

Pferde sind zwar deutlich größer als Hund und Katze und dadurch vermeintlich robuster, aber auch für sie lauern Gefahrenquellen überall. Beim Reiten, in der Box oder auf der Koppel – zumindest bei den letzten beiden können viele Verletzungen vermieden werden, wenn du die potentiellen Gefahrenquellen als solche erkennen und beseitigen kannst.

Da Vorbeugung immer besser ist als Heilen, darf man in Fragen der Stall- und Weideausstattung durchaus pingelig sein. In regelmäßigen Zeitabständen – am besten natürlich täglich – sollte der Stall und auch die Koppel daher auf mögliche Gefahrenquellen überprüft werden:

 

Zu wenig Einstreu in der Box

Dies kann dazu führen, dass dein Pferd zum Beispiel auf dem feuchten Betongrund (Urin) ausrutscht. Mögliche Folge: Prellungen und Stauchungen. Ein weiterer Grund regelmäßig auszumisten und einzustreuen ist, dass sich durch zu geringe oder feuchte Einstreu ungesunde Dämpfe (Ammoniak) entwickeln und sie zudem unkomfortabel beim Ablegen für dein Pferd sind. Liegeschwielen und Schädigung der Atemwege können die Folge sein.

 

Zu niedriges Heunetz

Manche Pferde scharren gerne in ihrer Box mit den Hufen. Hängt das Heunetz zu tief, kann es passieren, dass sich dein Tier mit dem Bein in den Maschen verfängt und hängen bleibt. Gerät es dann noch in Panik, kann das böse enden – neben Strangulationsverletzungen kann sich das Netz auch bis tief ins Fleisch einschneiden.

 

Herausstehende Nägel, Haken und morsche Bretter

Leicht zu übersehen, aber dennoch gefährlich! Nicht nur, dass sich dein Pferd (und auch du dich) durch eine unachtsame Bewegung an einem herausstehenden Nagel verletzen kann, es kann auch sein, dass herumliegende Nägel (zum Beispiel nach dem Besuch des Hufschmids) in Einstreu und Futter gelangen. Ein aufmerksamer Blick und gründliches Fegen kann hier schon einiges verhindern. Ein Verletzungsrisiko stellen auch morsche Bretter von Holzwänden dar: Diese führen, sofern ein Pferd zu dicht daran entlangfährt, zu Schnittverletzungen und Schürfwunden. Daher sollen die Bretter sofort ausgetauscht oder gut und sicher abgedeckt werden (z. B. mit einer Gummimatte).

 

Abstand zwischen den Gittern

Die meisten Ställe haben an ihren Boxen Gitter zur Abtrennung des Stallnachbarn. Natürlich ist es dabei wichtig, dass die Abstände so gewählt sind, dass sich kein Pferd daran verletzten kann. Sollte sich zum Beispiel der Huf darin verkeilen, können schwere Gelenksverletzungen oder Brüche die Folge sein. Ebenso kann es passieren, dass ein Pferd den Kopf durch die Gitterstäbe steckt, durch ein Geräusch erschrickt, den Kopf zurückziehen will und dabei hängen bleibt. Hier sind ebenfalls schwere Verletzungen vorprogrammiert – bis hin zum Genickbruch. Daher ist es wichtig, dass weder Huf noch Kopf durch den Zwischenraum passen.

 

Herumliegende Werkzeuge

Täglich wird gemistet, gefüttert, Besen an andere Plätze gestellt oder Hufkratzer abgelegt. In vielen Fällen werden diese Gegenstände nicht weggeräumt, sondern bleiben an Ort und Stelle stehen oder liegen, damit der nächste, der ausmisten will, schneller darauf zurückgreifen kann. Jedes herumstehende Werkzeug birgt allerdings ein Verletzungsrisiko nicht nur für Pferde, sondern auch für Menschen. Daher achte darauf, dass du deine Werkzeuge und Utensilien am besten immer an einen Platz räumst, an dem kein Pferd oder Mensch sich daran verletzten kann.

 

Herumliegende Reitutensilien

Nicht nur eine herumstehende Mistgabel kann für fiese Verletzungen sorgen, auch ein herumliegendes Halfter, lange Leinen mit Schlaufen oder ein zu lose gebundener Strick am Pferd sind potentielle Stolperfallen und Gefahrenquellen. Verfängt sich dein Pferd darin und gerät in Panik kann es stürzen und sich im schlimmsten Fall Gelenkverletzungen und Knochenbrüche zuziehen. Achte daher auch hier darauf, dass Halfter, Stricke usw. außerhalb der Reichweite von anderen Pferden, und vor allem deren Hufen aufzubewahren.

 

Ausreichende Größe der Koppel

Pferde haben in einer Herde oder Gemeinschaft eine Rangordnung. Diese muss auch immer mal wieder neu aufgefrischt werden. Um unschöne Unfälle durch Bisse oder vielleicht Tritte zu vermeiden, solltest du darauf achten, dass die Koppeln deines Stalls ausreichend Ausweich- und Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere bieten. Wichtig ist natürlich auch, dass eine harmonische Gruppe als Weidegemeinschaft zusammensteht.

 

Löcher

Wichtig ist auch, den Boden der Weide regelmäßig auf Buddellöcher von Kaninchen oder Hunden zu kontrollieren. Eventuelle Stolperstellen sollten aufgefüllt werden, damit sich die Vierbeiner nicht verletzen.

 

Weidezaun

Eine regelmäßige Kontrolle des Weidezauns ist überaus wichtig, vor allem wenn sich die Wiese in der Nähe von Straßen befindet. Alte Litze und auch ältere Isolatoren sorgen ebenso für Spannungsverluste wie über den Zaun hängendes Grün. Ist die Litze an einer Stelle gerissen, sollte diese umgehend repariert und nicht einfach nur zusammengeknotet werden. Das schränkt die Funktionalität des Zauns ebenso ein. Was die Umzäunung der Koppel allgemein angeht, ist ein reiner Stacheldraht- oder Knotengitterzaun tierschutzwidrig und daher nicht mehr erlaubt. Er darf nur in Kombination mit einem Stromzaun eingesetzt werden.

 

Giftige Pflanzen / Trockener Boden

Die Weidepflege ist ein wichtiges Thema. Wird die Weide nicht gepflegt, können sich Unkräuter rapide ausbreiten, allen voran das für Pferde sehr gefährliche Jakobs-Greiskraut, besser bekannt als Jakobskreuzkraut. Zudem sind in Trockenzeiten Giftpflanzen, die auf Pferdeweiden wachsen, häufig Überlebenskünstler. Das regelmäßige Mähen und Ausstechen einzelner Pflanzen sollte zur Vermeidung und Ausbreitung deshalb regelmäßig durchgeführt werden.
 Doch auch trockener Boden und der damit verbundene Grasmangel können zur Gefahr werden. Durch das kürzere Gras nehmen Pferde beim Fressen vermehrt Erde mit auf, da sie die Wurzeln mit ausreißen: Das Risiko einer Sandkolik steigt. Ist außerdem das Gras Mangelware suchen sich Pferde gerne Futteralternativen und diese sind nicht immer gesund.  Eichen stehen zum Beispiel häufig unweit von Pferdeweiden.  Fressen Pferde vermehrt vor allem grüne Eicheln, kann die enthaltene Gerbsäure gesundheitsschädlich sein und sogar zum Tod führen.
 Neben Eicheln können auch Robinien und Eiben schwerwiegende Folgen für Pferde haben. Fast alle Pflanzenteile sind stark giftig für das Pferd und können tödliche Auswirkungen haben. Bereits kleinere Mengen reichen dabei aus. Die Herbstzeitlose blüht von August bis Oktober. Sie enthält schädliche Substanzen, die erst nach einigen Stunden – teils sogar Tagen – Vergiftungserscheinungen bei Pferden hervorrufen. Auch Fingerhut, schwarzes Bilsenkraut sowie blauer Eisenhut sind hochgiftig.

 

Tränke / Wasserfass

 Zu den täglichen Pflichten eines Pferdebesitzers gehört das Tränken der Tiere auf der Weide. Oft besitzen viele keine Selbsttränke und so sieht man öfter auch große Behältnisse auf den Wiesen stehen. Hat dieser Behälter allerdings irgendwo scharfe Kanten, kann das bei den neugierigen Pferden, die gerne mal mit ihrer Nase alles abschnuppern, in Verletzungen enden.
 Auch bei mobilen Weidefässern, die z. B. mit Deichsel, Kabel oder Lampen ausgestattet sind, besteht die Gefahr, dass sich dein Pferd durchs Anknabbern verletzt. Sinnvoll ist es daher, das Wasserfass einzuzäunen oder direkt außerhalb der Weide aufzustellen.

 

Weideunterstand

Ein Unterstand auf der Weide ist ein Muss. Dein Pferd muss die Möglichkeit haben, sich gegen direkte Sonneneinstrahlung und Hitze im Sommer, Regen und Schnee im Winter zu schützen.
 Gerade bei Holzunterständen ist es aber möglich, dass dein Pferd daran knabbern möchte (das gilt im Übrigen auch für Holzpfähle. Lösen sich dabei Splitter, die im Schlund stecken bleiben, kann dies zur gefährlichen Schlundverstopfung führen.

Hier nun noch ein paar (zusammenfassende) Kurztipps:

  • Pferdefutter und Medikamente in einem fest verschließbaren Behälter aufbewahren
  • Pferde nur mit einem schnell zu lösenden Knoten an einem festen Haken anbinden
  • Halfter und andere Ausrüstungsteile nicht in Reichweite des Pferdes hängen und nicht herumliegen lassen
  • Pferde dürfen keinen Zugang zu Elektrokabeln oder Wasserleitungen haben, da sie gerne daran knabbern
  • Kaputte Holzlatten und Riegel unverzüglich reparieren
  • Nägel und Schrauben dürfen nicht aus dem Holz herausschauen
  • für frostfreie Wege muss immer Streugut bereitstehen
  • Arbeitsgeräte wie Schaufeln oder Mistgabeln immer aufräumen
  • ein gut zugänglicher Feuerlöscher im Stall ist Pflicht
  • Notfallnummern sollten immer neben dem Telefon liegen und auf dem neuesten Stand sein

 

Viele Unfälle sind tatsächlich vermeidbar, manche sind sogar Typ „das ging schon immer gut, warum sollte es jetzt schiefgehen“, deshalb raten viele Tierärzte den Pferdebesitzern sich zumindest einmal die Leitlinien vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zur „Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten“ durchzulesen. Diese findest du hier: https://www.bmel.de/DE/themen/tiere/tierschutz/tierschutz-pferdehaltung.html


 

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